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DAZN streamt Sportfernsehen auf Knopfdruck

Gestartet ist Deutschlands neues Sportfernsehen mit Namen DAZN am 10. August 2016 und verspricht in der Eigenwerbung nichts weniger als „ein neues Zeitalter für alle Sportfans“.

Die Fußball-Bundesliga, Europas Top-Mannschaften aus Spanien, Italien und England, dazu US-Sport und Tennis: Das komplett eProgramm soll auf Knopfdruck verfügbar sein.

Bei einer Präsentation in München rief der Chef James Rushton „die Zukunft der Sportberichterstattung“ aus. Und nannte einen Monatspreis: 9,99 Euro.

Aber was ist DAZN genau?

Die Rätselei beginnt schon beim Namen. DAZN wird nicht wie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern Buchstabe für Buchstabe ausgesprochen, sondern lautmalerisch in etwa so: „Die Zone“. Zu sehen ist das DAZN-Angebot an Sportübertragungen auf allen digitalen Kanälen, also im Computer, auf Handy und Tablet sowie Plattformen wie Smart-TV und Spielekonsolen.

DAZN als Netflix für Sport

DAZN Bosse bei der Präsentation

DAZN Bosse bei der Präsentation

Die Welt des Sports in der Hosentasche: Über 10000 Spiele sollen im Jahr gezeigt werden — ohne Werbung, mit viel Live-Sport, kurze Analysen. Und wie beim Serien- und Filmdienst „Netflix“ lernt das System die Vorlieben seiner Zuschauer und schlägt Übertragungen vor, die man nicht verpassen sollte. DAZN nennt es eine „Livestream-Revolution“. Die Kosten für die Zuschauer: monatlich 9,99 Euro nach dem Freimonat.

„DAZN wird die Art und Weise, wie Fans ihren Lieblingssport konsumieren, komplett verändern“, schwärmt CEO James Rushton, als er sein vierköpfiges Deutschland-Management vorstellte. Die Redaktion mit 100 Mitarbeitern sitzt in München-Ismaning in unmittelbarer Nachbarschaft zu Sky in Unterföhring. Für die Inhalte zeichnet Haruka Gruber (36), ehemals spox.com, verantwortlich.

Muttergesellschaft ist die Perform Group

Bekannt wurde die DAZN-Muttergesellschaft Perform Group, als sie vor zwei Monaten für eine zweistellige Millionensumme Internetrechte an der Fußball-Bundesliga ab 2017 kaufte. Unter der Woche folgte ein Deal mit der Bild-Gruppe von Axel Springer, dem aktuellen Rechteinhaber: Die Bundesliga-Höhepunkte werden als Clips sofort auf DAZN zu sehen sein.

Tatsächlich wird der deutsche Markt aufgemischt. Mit der Rechtevergabe an Performgroup/DAZN fördert die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Konkurrenz zum PayTV-Anbieter Sky. Die Sky-Verantwortlichen in München sind gewarnt: Im ersten Schritt schneppte ihnen der Herausforderer die Rechte an der Premier League weg. Und der neue Service kostet nur ein Drittel von einem Sky-Abo.

Sport gibt es bei DAZN auf Knopfdruck

Fernsehen auf Knopfdruck („Video On Demand“) bietet in Deutschland noch eine Menge Wachstumspotenzial. Nach Informationen von Jetzt-Video.de geben die Deutschen jährlich 132 Millionen Euro für Streamingdienste aus. Bis 2020 soll sich der Umsatz verdreifachen. In den USA ist Video On Demand längst ein Milliardengeschäft: 3,5 Milliarden Euro beträgt der Jahresumsatz.

In Deutschland, ergab eine Umfrage von RUF Jugendreisen 2016, nutzt schon jeder zweite Jugendliche Video-Streamingdienste wie AppleTV, Netflix oder SkyGo. Video on Demand wird zum Alltag in den deutschen Haushalten: PriceWaterHouse ermittelte, dass 40 Prozent der Deutschen „zumindest gelegentlich“ einen Dienst nutzen, 28,6 Prozent sogar mehrmals pro Woche.

In den ersten Tagen, da Kunden mit kostenlosen Probemonaten angelockt werden, soll es Registrierungen in fast sechsstelliger Höhe gegeben haben. „Ein Produkt wie DAZN hat es zuvor noch nie gegeben“, behauptet die Marketing-Abteilung. Noch kämpft der Anbieter vereinzelt mit Ruckelbildern, wenn die Internetverbindung nicht stabil oder zu dünn ist.

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