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Fernsehen und Live-Streaming über das 5G Netz

Der neue Mobilfunkstandard ist 5G. Die fünfte Generation des Mobilfunks soll mit einer hochfrequenten Sendeleistung Datenraten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde erreichen.

In Verbindung mit einer hohen Bandbreite ermöglicht 5G die Übertragung von hochauflösenden TV-Inhalten. 5G Broadcast ist der neue Rundfunkstandard für den mobilen Empfang auf Tablets und Smartphones. Das Verfahren hat Vor- und Nachteile.

Die Vorteile und Nachteile von 5G

Ein großer Vorteil von 5G ist die deutlich höhere Übertragungsrate. Statt wie bisher nur bis zu 225 MBit pro Sekunde bei 4G beziehungsweise LTE erreicht 5G bis zu 10 GBit in der Sekunde. Das ist zehn mal so schnell und erlaubt nicht nur schnelles Internet, sondern auch ruckelfreies Streaming und Empfang von linearem Rundfunk. Weitere Vorzüge für Verbraucher sind die Unterstützung von autonomen Fahrzeugen, die eine beständige Internetverbindung brauchen, sowie die Konnektivität für Smart-Home-Technologie.

Bei den Nachteilen ist der nötige Netzausbau an erster Stelle zu nennen. Um ausreichend Deckung zu erreichen, müssen wesentlich mehr Sendemasten aufgestellt werden. Statt großen Sendemasten reichen kleinere Kästen in geringer Höhe, dafür beträgt der Abstand nur wenige hundert Meter. In Ballungsgebieten wird der Ausbau zuerst erfolgen, während die Landbevölkerung vermutlich länger warten muss. Wann eine flächendeckende Nutzung möglich ist, ist also fraglich. Gleichzeitig ist die 5G-Technik mit erhöhter Strahlung verbunden, was gesundheitliche Bedenken auf den Plan ruft. Langzeitstudien zu den Auswirkungen auf den Menschen gibt es noch nicht.

So funktioniert Fernsehen über 5G Broadcast

Live Streaming, wie es sein sollte. Foto: Adobe / Kaspars Grinvalds

5G Broadcast bezeichnet die gleichzeitige Übertragung von Rundfunk an mobile Endgeräte wie Handys und Tablets. Es muss also nicht jedes Gerät eine Verbindung aufbauen, sondern kann ein Signal empfangen. Dadurch kommt es bei großer Nachfrage wie einer WM-Übertragung nicht zu einer Netzüberlastung.

Die Technik kann aber nicht nur für lineares Fernsehen und Radio, also für Live-Inhalte, zum Einsatz kommen. 5G Broadcast ermöglicht auch Videos oder Podcasts auf Abruf, was mit bisheriger Technologie nicht funktionierte. Dazu wird 5G mit dem bestehenden Mobilfunknetz verknüpft, was personalisierte Inhalte ermöglicht. Für „on demand“ Inhalte wie Downloads und Video-Streaming, also YouTube oder Netflix, können Verbraucher das „normale“ mobile Internet verwenden. Voraussetzung ist in jedem Fall ein 5G-fähiges Gerät.

Wann kommt 5G in Deutschland?

Aktuell gibt es noch keinen festen Termin und es ist noch nicht geklärt, wer für die Übertragung von 5G Broadcast Inhalten zahlen soll. Der Empfang ist auch ohne Verschlüsselung und SIM-Karte möglich, jedoch wollen die Netzanbieter ihre Investitionen in den Netzaufbau refinanzieren. Hier sind Deals mit den Sendern erforderlich.

Bis Ende 2020 läuft noch ein 5G-Pilotprojekt von Vodafone und dem WDR zu TV-Inhalten im 5G Lab in Düsseldorf und im 5G Mobility Lab in Aldenhoven. Ähnliche Tests gibt es in Bayern in Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Rundfunk und dem Mobilfunkanbieter Telefónica. Endgeräte, die 5G Broadcast empfangen können, werden für 2022 erwartet. Die ersten kommerziellen Angebote von Sendern könnten in Deutschland im Jahr 2025 kommen. Voraussetzung ist, dass die Frage nach dem Zugang beantwortet wird und sich die Anbieter von Inhalten mit dem Mobilfunkbetreibern über die Vergütung einigen. Einen flächendeckenden 5G-Netzausbau erwarten Experten erst für 2030.

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