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Wie lange hält Netflix das noch durch?

Die Corona Krise ist Segen und Fluch für Netflix. Die Streaming Anbieter profitieren von der Virus-Hysterie. Während die Politik ihre Bürger weiter verunsichert, nehmen die Nutzerahlen bei den Streaming-Anbietern weiter zu. Der Platzhirsch ist Amazon, der mit vollen Kassen weiter nach vorn marschiert.

Auch Netflix scheint zu profitieren. Fast 15 Prozent des deutschen Internet-Traffic wird durch Netflix verursacht, 32 Prozent sind des in den USA, wie das Wall Street Journal berichtet. Der wohl bekannteste Streaming Anbieter steht aber auch immer wieder vor dem finanziellen Aus. Im Gegensatz zu Amazon, einem gut aufgestellten Konzern mit so vielen Produkten und Dienstleistungen, lebt Netflix alleine von seinem Streaming-Angebot. Schon öfters war das US-Unternehmen kurz vor der Pleite und die Corona-Krise könnte die heikle finanzielle Situation erneut anheizen. Dabei nehmen die Zahlen derzeit auch bei Netflix zu.

Warum Netflix so kämpfen muss

Im Gegensatz zum großen Konkurrenten Amazon, verfügt Netflix über eine geringe Auswahl bei Filmen und Serien und hat zudem nur das Abo-Modell als Einnahme. Amazon setzt hingegen neben dem Prime-Abo auch auf Kauffilme und –Serien und verfügt mittlerweile über eine erstaunliche Bibliothek.

Ein Szenario, das entstehen könnte, bereitet Netflix besonders große Sorgen. Noch steigen die Nutzerzahlen. Gleichzeitig nehmen aber die Produktionen ab. Nicht nur bei bei dem Unternehmen selbst, das zuletzt durch die neue Netflix-Serie „Self Made“ viele Erfolge hatte, sondern bei allen Anbietern. Nun kommt es darauf an, wie lange die Corona Krise uns in Atem hält. Für eine kurze Zeit bringt sie dem Streaming-Dienst einen Segen und beschert hohe Einnahmen. Doch über einen längeren Zeitraum betrachtet, ist das Angebot an Filmen und Serien zu klein und die Nutzer könnten zu Amazon und anderen Konkurrenten abwandern. Netflix würde das hart treffen und wieder würde sich die Frage stellen, wie weit die Pleite entfernt ist.

Hat Netflix noch eine Chance?

Netflix will in allen Ländern in allen Sprachen abrufbar sein. Foto: Adobe / Daniel Krason

Die großen Studios sehen sich durch die Forderungen der Streaming-Dienste im Nachteil. Das Geld wird weniger und so sind die Planungen eigene Plattformen zu gründen, schon weit geschritten. Disney hat es vorgemacht. Andere Studios und Konzerne könnten folgen. Netflix würde dann erst recht unter Druck stehen oder gar zu einem Übernahmekandidaten werden. Immerhin verfügt der Anbieter über eine gute Infrastruktur, die günstig übernommen werden könnte.

Der Inhalt wird weniger. Eigenproduktionen müssen her. Das stand schon vor einigen Jahren fest. Doch solche Produktionen kosten Geld. Amazon kann es sich leisten, Verluste einzufahren. Für Netflix ist es wichtig, dass jede eigene Produktion zu einem Erfolg wird. Unklar ist die Verschuldung des Konzerns. Netflix verbrennt jeden Tag sehr viel Geld. Das Budget für den eigenen Content liegt bei ungefähr 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Der Schuldenberg Ende 2019 erreichte fast die gleiche Summe. Eine Zunahme von fast 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz selbst liegt bei etwa 16 Milliarden US-Dollar. Dennoch gibt es hier und da viele Gerüchte, die behaupten, die Schulden des Unternehmens liegen um ein weites höher, als offiziell aus den Bilanzen zu entnehmen ist. Es bleibt also weiterhin spannend.

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